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  • Gabriele Preusse

Nachhilfe-Projekt der Sibylle Abel-Stiftung für alle Beteiligten ein Gewinn

Einige Wochen nach Beginn des Schuljahres 2021/2022 wagte sich die Sibylle Abel-Stiftung e.V. unter der Leitung der erfahrenen Pädagogin Doris Motschmann an ein ganz besonderes Projekt: Nachhilfe in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch für Sonneberger Kinder der 5. und 6. Klasse. Manche Kinder verkraften den Wechsel von der Grundschule in die Regelschule oder ins Gymnasium nicht so einfach und lassen leistungsmäßig nach. Das ist besonders jetzt nach der Corona-Pandemie auffällig. Aus unterschiedlichen Gründen kommen diese Schüler in bestimmten Fächern nicht mehr hinterher, brauchen mehr Zeit, Aufmerksamkeit und Anleitung zum Arbeiten. Nur mit solcher Unterstützung gelingt der Anschluss an das normale Unterrichtsgeschehen. Da weder Schule noch Elternhaus dies in vielen Fällen leisten können, übernahmen Jugendliche die anspruchsvolle Aufgabe.


Doris Motschmann gewann sieben ausgewählte Schüler der Abiturstufe von Sonneberger Gymnasien. Das waren Erik Anders, Sophia Thees, Luise Meusel, Amelie Sauer, Vivian Schubert, Dara Klotz und Lilly Heublein.


Bilanz des Nachhilfe-Projektes der Sibylle Abel-Stiftung am Ende des Schuljahres 2021/2022. Projektleiterin Doris Motschmann (Mitte) mit im Gespräch mit Miriam Koch (rechts) und Lara Schubart (2. v. rechts), den jüngsten Projektteilnehmerinnen. Von Anfang an dabei ist Luise Meusel (links im Bild).


Nachdem das Projekt bekannt gemacht wurde, meldeten sich die Eltern von knapp 50 Schülern, die das kostenfreie Angebot des Stiftungsvereins für ihr Kind in Anspruch nehmen wollten. Eine echte Herausforderung für die Stiftung, denn mit so viel Zuspruch hatte anfänglich keiner gerechnet. Nach einer Vorbereitungsphase startete die Nachhilfe im Herbst vergangenen Jahres. Seither trafen sich im Jugendfreizeitzentrum „Erholung“, im Stadtteilzentrum „Wolke 14“ und in der Grube-Schule die sieben Lerngruppen wöchentlich. Im Februar 2022 verabschiedete sich Dara vom Projekt um sich intensiv auf das Abitur vorzubereiten. Vivian und Lilly stiegen wegen anderer Jobangebote Ende Mai aus. Glücklicher Weise fand die Projektleiterin mit Lara Schubart und Miriam Koch schnell Nachfolger, die jeweils eine Gruppe übernahmen und die Arbeit mit viel Engagement weiterführten. Luise übernahm noch zusätzlich eine Gruppe.


Urkunden gab es für hier für Vivian Schubert, Luise Meusel und Sophia Thees (v.l.n.r)


Wenige Tage vor Abschluss des Schuljahres stand die Auswertung des Nachhilfe-Projektes der Sibylle Abel-Stiftung auf der Tagesordnung des Stiftungsvereins. Eingeladen waren die Akteure und Vertreter der Stiftung. Doris Motschmann schätzte ein: „Unser Angebot erwies sich gerade jetzt von besonderer Bedeutung, denn die Defizite in Deutsch, Mathematik und Englisch nach der Corona-Pandemie umfänglich abzubauen, ist nicht einfach, das wissen Schule und Eltern gleichermaßen. Deshalb fand das kostenlose Angebot für die Sonneberger Schüler viel Beachtung und großen Zuspruch.“ An vielen Beispielen würdigte sie die Leistung der Jugendlichen, die sich exzellent auf jede Nachhilfestunde vorbereitet haben, die ihre Zeit mit den Kindern anders gestalteten als den üblichen Schulunterricht, die einen freundschaftlichen Ton fanden, individuell auf die Probleme des Einzelnen eingingen sowie mit Geschick und Einfühlvermögen den Kindern wieder die Freude am Lernen brachten. „Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Der größte Teil der Fünft- und Sechstklässler hat sich um eine Schulnote, manche sogar um zwei Schulnoten verbessert“, freute sich die Pädagogin und betont: „Nicht nur die schulische Leistung haben sich stabilisiert, sondern, die Kinder haben sich auch ganz allgemein zu ihrem Vorteil verändert. Heute sind sie selbstbewusster im Auftreten und zielstrebiger bei der Bewältigung der Aufgaben. Eine Entwicklung, die von Lehrern und Eltern bestätigt wird. Zu Beiden bestand während der gesamten Zeit eine enge Verbindung“. Als Dank gab es von der Sibylle Abel-Stiftung Urkunden, die später z. B. bei einer Bewerbung von Nutzen sein können.


Während für die Eltern der Zusatzunterricht kostenfrei war, zahlte die Stiftung das Honorar für die Leistung in Höhe von 4368,00 Euro.

Das erscheint erst einmal als eine stolze Summe. Doch wenn man bedenkt, dass davon etwa 50 Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren fast ein ganzes Schuljahr lang, wöchentlich mit einer Doppelstunde beschult, beim Lernen angeleitet und unterstützt wurden, dann relativiert sich der Betrag schnell.



Luise Meusel mit ihren Schülern vor dem Stadtteilzentrum „Wolke 14“. Aufn.: Privat



Der Stiftungsvorsitzende, Bürgermeister Heiko Voigt, dankte den Abiturientinnen und dem Abiturienten persönlich: „Die Bereitschaft und hohe Motivation, jüngeren Schülern zu helfen, damit möglichst niemand auf der Strecke bleibt, kann man gar nicht hoch genug würdigen,“ meinte er.

Weil sich die Nachhilfe so erfolgreich entwickelt hat und dazu noch einzigartig in ganz Thüringen ist, wird die Stiftung das Projekt auch im kommenden Schuljahr weiter anbieten. Abiturienten, die später einmal ins Lehramt einsteigen wollen und jetzt schon einmal ein Probejahr absolvieren möchten, sind als Stärkung des bestehenden Teams herzlich willkommen. Den Eltern und Großeltern der geförderten Schüler, die in den vergangenen Wochen der Stiftung eine Spende zukommen ließen, sei auch herzlich gedankt. Die Sibylle Abel-Stiftung arbeitet rein ehrenamtlich und setzt Spendengelder zum Wohle der Kinder und Jugendlichen der Stadt Sonneberg ein. Deren nachhaltige Unterstützung war ein Herzensanliegen der früheren Bürgermeisterin, nach deren Tod die Stiftung gegründet worden war.


Text und Fotos: Heidi Losansky


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